Eine halbe Stunde vor der Attacke, bald geht es wieder unter die Panzer, wieder muß man das Konzert der Einschläge hören, da übergab man einem jungen Kämpfer von zu Hause einen kleinen blauen dreieckigen Briefumschlag. Und du bist gleichsam nicht hier, falls es die Handschrift der Braut ist oder falls dein Vater und deine Mutter schreiben, doch es geschah etwas anderes: man hatte sich offensichtlich unbedacht beeilt, dem Soldaten den Brief vor dem Kampf zu übergeben. Dort stand am Anfang: „Entschuldige, daß ich so lange geschwiegen habe, ich werde nicht warten“ - und das war alles. Das ganze Blatt. Nur unten ein Zusatz: „Ich fahre weit weg, kämpfe du in Ruhe und verzeih, falls was...“ Zusammen mit dem ersten Einschlag rief der junge Mann traurig: „Postbote! Was hast du mir da hergeschleppt!?! Eine Minute vor dem Tod habe ich in einem dreieckigen Umschlag eine Kugelverletzung bekommen!“ Er schritt aus dem Schützengraben mit der Maschinenpistole um den Hals, er achtete nicht mehr auf die Einschläge, und im Kampf vor Sura umarmte er die Erde - nur der Wind fegte die Brieffetzen auseinander...
© J. M. Opfermann. Übersetzung, 1988